Hypnose bietet die Möglichkeit fern der Kognition unter zuhilfenahme des Phänomens „Trance“ einen direkten Zugang zu den tieferen Schichten des menschlichen Bewusstseins zu erlangen.
Das es Sinn macht, ein solches Vorgehen in einem therapeutischen Kontext zu bevorzugen, ist der Beobachtung geschuldet, dass eine gute therapeutische Arbeit zwar zu Einsichten aber oft nicht zu einem veränderten Verhalten bei Klienten führt. Viele Therapien scheitern, weil sich etwas wesentliches im Inneren nicht verändern konnte.

Hier bietet die Hypnose die Möglichkeit in tiefer Trance (hypnos, altgr., der Schlaf) unter zu Hilfenahme best. Techniken (z.B. Hypnotalk, Zauberwiesen-Strategie nach Renartz oder unter Einatz des „den Inneren Therapeuten“) Strategien für einen Umschwung im Inneren zu entwickeln. Dies geschieht auf autopoeitische1, selbstorganisatorische Weise.
Einer der einflussreichsten Hypnosetherapeuten des 19. Jahrhunderts, Milton Erickson, stellte seine Arbeit unter das Motto „trust your unconscious mind“. Das Unbewußte des Klienten besitzt mehr Weisheit als das bewusste Denken. Im kreativen Umgang mit dem Unbewußten gestaltet der Hypnosetherapeut den Ablauf nach dem Credo: „Weder Therapeut noch Klient wissen die Lösung. Diese liegt im Unbewußten“2
Ein weiterer Ansatz in der Hypnose bietet die Möglichkeit der effektiven Musterunterbrechung und das in relativ kurzer Zeit, so dass man die Hypnose auch als Kurzzeittherapie bezeichnen kann. Die Hypnose wird hier wie eine „Umkonditionierung“ eingesetzt:
Belastende Gefühle wie Trauer, Eifersucht, Hass, Ängste, Minderwertigkeit, … werden im „Tiefschlaf zu guten Formeln umgewandelt und in Form von positiven Suggestionen während der Sitzung verankert. Diese Suggestionen wirken über die Sitzung hinaus (Posthypnotische Suggestion), so dass alsneuropsychologisches Phänomen „messbare Veränderungen der Informationsverarbeitung im Gehirn auftreten“3.
Deshalb wird die Hypnose gerne begleitend auch bei Suchttherapien (Rauchen, Drogen, Ess-Sucht,..) eingesetzt. Zum einen über den autopoetischen Ansatzaber auch über den der Umkonditionierung. Viele andere Indikationen werden von der Hypnose abgedeckt: Schmerzzustände, Asthma, Allergien, psychosomatische Erkrankungen, seelische Störungen… Die Anzahl der Sitzungen sind höchst unterschiedlich. Freud wird nachgesagt, dass er Gustav Mahler während eines Spazierganges (Trance) von seiner Impotenz heilte.
Zum Abschluss ein Zitat meines Lehrers Dr. Klaus Mika: Selbstorganisatorische Hypnose-Kurztherapie will als Selbstheilungsprinzip Homöostase4 zur finalen Ausheilung. Wenn das Unbewußte geheilt hat, scheint keine seelische „Narbe“ zurück zu bleiben5.
- 1 http://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis
- 2 http://de.wikipedia.org/wiki/Hypnose
- 3 Dr. Klaus Mika S. 142 Eine effektive Methode-Kurzintervention als neue Möglichkeit zur Behandlung von Schulkindern
- 4 http://flexikon.doccheck.com/Hom%C3%B6ostase
- 5 Dr. Klaus Mika S. 144 s.o.